Siemens KonzernzentraleGroße Glasfassaden, geschwungene Architektur und ein weitestgehend öffentlich zugängliches Erdgeschoss. Ralf Thomas, Finanzvorstand der Siemens AG, lobte beim Richtfest mitte September die neue Siemens-Konzernzentrale als ein Sinnbild des Selbstverständnis von Siemens als „weltoffenes, innovatives und transparentes Unternehmen“. Für seine Mitarbeiter schaffe Siemens ein „flexibles, inspirierendes Arbeitsumfeld“. Rund 300 Millionen Euro lässt sich der Siemens-Konzern dieses Bauwerk kosten, während über 11.000 Beschäftigte entlassen werden. Jeder 10. Ausbildungsplatz wurde im Siemens Konzern dieses Jahr gestrichen, um den Gewinn weiter zu steigern. Ein „flexibles, inspirierendes Arbeitsumfeld“ ist dem Konzern wichtiger als die realen Ausbildungs- und Arbeitsbedinungen. So gibt Siemens gerade einmal 180 Millionen Euro für die Ausbildung von Azubis aus, während dem Siemens-Clan der unnötige Prachtbau am Wittelsbacherplatz doppelt so viel Wert ist.
Innovativ mag die Architektur des Gebäudes sein, ganz und gar nicht innovativ ist es, den Unternehmensgewinn auf dem Rücken der Beschäftigten und Auszubildenden dieses Jahr auf 5 Milliarden Euro zu steigern. Beim Richtfest erklärte der Siemens-Immobilienchef Zsolt Sluiter, Siemens wolle mit dem Bauwerk seine „Mitarbeiter begeistern“. Wir sind auch begeistert, wie es ein Konzern schafft, seine Beschäftigten wie Dreck zu behandeln, immer mehr Arbeitsstress und Leistungsdruck zu erzeugen und trotzdem in der Öffentlichkeit als vorbildhaftes Unternehmen darzustehen. Vorbildhaft ist es wohl vor allem für andere Konzerne, die Miliardengewinne auf Kosten der Beschäftigen erzielen wollen.
Nicht nur deshalb werden wir am 6. Dezember vor diese Siemens-Konzernzentrale ziehen und dem Siemens-Clan zeigen, was wir von ihrem Ausbildungsabbau halten.

Unsere Zukunft statt ihre Profite!