Siemens-Outing in München

Gepostet am 9. Oktober 2014 München Siemens

Um gegen den bereits stattfindenden Ausbildungsplatzabbau bei Siemens zu protestieren, machte die SDAJ München am 9. Oktober eine kleine Aktion vor dem Siemens-Ausbildungszentrum in Neuperlach-Süd. Die Gruppe berichtet:

141009_Siemens-Outing-München1Stoppt den Ausbildungsabbau bei Siemens – Outingaktion der SDAJ München

Der Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser hat Anfang des Jahres weitere Einsparungen im Siemens-Konzern angekündigt. Über 11.600 Stellen sollen in Deutschland eingespart werden, das ist jeder 10. Arbeitsplatz. Damit soll rund 1 Milliarde Euro Gewinn erzielt werden – obwohl 2013 bereits über 4,2 Milliarden Euro an Gewinnen erzielt worden sind. Allein in den ersten 9 Monaten dieses Geschäftsjahres wurden 4 Milliarden Euro als Gewinn eingefahren. In vielen Pressestatements wurde angekündigt, dieses Programm zur Gewinnmaximierung würde „sanft“ angewendet und betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Der IG Metall versicherte der Konzern, es würde keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Doch auch wenn sich dies bewahrheiten sollte, bedeutet gleich viel Arbeit auf weniger Schultern immer noch mehr Arbeitsstress und Druck durch die Chefs. An unserer Ausbildung wird auf jeden Fall gespart. Wir können die Auswirkungen bereits absehen: 2012 durften noch 2.350 neue Azubis eine Ausbildung bei Siemens beginnen, 2013 nur noch 2.200 und am 1. September diesen Jahres begannen nur noch 2.000 ihre Ausbildung.Doch nicht nur uns treffen die Einsparungen: Siemens bildet für andere Firmen ebenfalls Auszubildende aus, die wiederum entweder Tochterfirmen von Siemens oder enge Geschäftspartner sind. Beim Leuchtmittelhersteller OSRAM, der eine 100%ige Tochter der Siemens-AG war, werden weitere 7.800 Arbeitsplätze gestrichen – allein in Augsburg bis zu 400. Das heißt für die Auszubildenden: Keine Chance auf Übernahme und eine unsichere Zukunft!

141009_Siemens-Outing-München3Aus diesem Grund führten wir, die SDAJ München, im Rahmen unserer bundesweiten Kampagne „Unsere Zukunft statt eure Profite“ eine Outingaktion vor dem Siemenswerk in Neuperlach (München) durch um den Stellenabbau und die unsichere Zukunft für Auszubildende oder Beschäftigte bei Siemens öffentlich anzuprangern. Dort vor Ort verteilten wir Flyer an die Beschäftigten sowie an vorübergehende Passanten um diese über die Situation vor Ort aufzuklären oder ihnen Perspektiven aufzuzeigen, wie man sich gegen die Maßnahmen von Siemens zur Wehr setzen kann.

141009_Siemens-Outing-München2Die Beschäftigten meldeten sich mit Rückmeldungen wie „Super Aktion! Weiter so!“ positiv zurück und einige holten sich interessiert gleich mehrere Flyer um diese an ihre Kolleginnen und Kollegen weiterzugeben. Ebenso informierten wir über unsere derzeit laufende Kampagne „Unsere Zukunft statt eure Profite“, welche auf unserem 21. Bundeskongress im Oktober 2013 beschlossen worden ist. Ziel ist es bundesweit in verschiedenen Betrieben die schlechten Arbeits und Ausbildungsbedingungen öffentlichkeitswirksam in Form von Outingaktionen anzuprangern und dazu aufzurufen sich als Azubi, Arbeiterin oder Arbeiter zu organisieren, ob in der Gewerkschaft oder in der örtlichen SDAJ-Gruppe, um gemeinsam mit anderen arbeitenden Jugendlichen für die gemeinsamen Interessen einzutreten und seine Rechte trotz des Widerstands der Herrschenden zu erkämpfen. Hierbei fordern wir auch die Umsetzung eines von uns erstellten Ausbildungsgesetzes, welches unter anderem einen garantierten Ausbildungsplatz oder eine fürs Leben ausreichende Vergütung enthält. Ein von uns gefordertes Ausbildungsgesetz wird uns jedoch nicht einfach gegeben werden und auch der Stellenabbau lässt sich nicht mithilfe von Beschwerden verhindern. All dies muss von uns hart erkämpft werden und jede noch so kleine Verbesserung steht immer wieder unter Beschuss. Nur wenn wir gemeinsam und organisiert gegen die Methoden der Unternehmen zur Aufhebung oder Verschlechterung unserer Rechte und Arbeitsbedingungen vorgehen, können wir auch Erfolge erzielen oder Maßnahmen wie die der Siemens AG verhindern.